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FullTilt PokerSchule: Tip #1 - Howard Lederer
Montag, 15.Oktober. @ 12:34:09 BST
Tip #1 - Howard Lederer - Sit N Go? s leicht gemacht

Sit N Go (SNG) Turniere sind die beste Gelegenheit im Online Poker zum Training für aufstrebende Turnierspieler. Bevor es Sit N Go?s gab war es schwer, Final Table Erfahrung zu sammeln. Man konnte dutzende Multi-Table Turniere spielen und es doch nie an den Final Table schaffen. Oder man schaffte es ein oder zwei Male und schied dann doch als 8ter oder 9ter aus. Sein Spiel an die immer geringer werdende Anzahl von Gegnern anzupassen ist an einem Final Table...

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... von entscheidender Bedeutung, und diese Erfahrung kann man offline nur mit einem hohen Aufwand an Zeit und Geld erhalten. Online ist dies aber nur einen Mausklick entfernt. Sit N Go?s haben eine Menge Vorteile. Zunächst einmal ist der Einsatz niedrig, oder sogar umsonst. Sie machen Spaß und sind sehr bequem: man braucht keine Terminplanung ? ein Sit N Go beginnt, wenn der Tisch komplett ist und ist in der Regel nach etwa einer Stunde beendet. Es ist der Flugsimulator des Final Table Spiels, und Sit N Go?s zu beherrschen sollte als Pflichtprogramm des ernsthaft lernenden Pokerspielers betrachtet werden.

Nun da Ihr wisst warum man sie spielen sollte, schauen wir auf das ?Wie?: Der offensichtlichste Unterschied zwischen SNG und einem Turnier mit mehreren Tischen besteht darin, dass im SNG nachdem ein Spieler ausgeschieden ist, kein anderer Spieler an den freien Platz gesetzt wird. In Turnieren mit mehreren Tischen spielt man fast immer an einem vollen Tisch. Aber im SNG wird durch das Ausscheiden der Spieler der Tisch immer kleiner (short handed). Diese Reduzierung der Spielerzahl führt praktisch zu einer künstlichen Erhöhung der Grundeinsätze. Angenommen man spielt 5-handed, und die Blinds sind 100-200. Man bezahlt also 300 in Blinds pro 5 Hands, oder im Durchschnitt 60 pro Hand. Nun geht ein Spieler Pleite, der Tisch ist nur noch 4-handed. Jetzt zahlt man bereits 75 pro Hand (300/4=75), eine Erhöhung um 25 %, obwohl die Blinds sich nicht erhöht haben. Das heißt, man muss zwangsläufig mehr Hände spielen um nicht von den Blinds aufgefressen zu werden.

Da die Größe der Blinds in Relation zu der Anzahl der eigenen Chips (dem eigenen ?Stack?) immer eine große Rolle bei der Auswahl der Starthände spielen sollte, empfehle ich mit einer recht konservativen Auswahl der Starthände zu beginnen. Dafür gibt es zwei Gründe : erstens, man sollte sehr tight spielen, da die Blinds niedrig sind und man 9-handed ist, d.h. die Blinds kommen nicht so oft zu einem selbst. Zweitens, man etabliert für sich ein tightes Tisch ? Image, was sich später auszahlen wird wenn man hin und wieder in der richtigen Situation die Blinds stehlen möchte.

Aber es gibt noch einen weiteren, nicht so offensichtlichen Grund anfangs tighter und später looser zu spielen: Die Struktur der Auszahlung begünstigt tightes Spiel. Bei den meisten SNGs werden für den ersten 50%, den zweiten 30% und den dritten 20% ausgezahlt. Dies bedeutet, dass man sein Spiel zunächst auf den Gewinn des dritten Platzes ausrichten sollte! Warum ? Um dies zu erklären, sollte man die Auszahlungsstruktur unter einem anderen Blickwinkel betrachten. Die Auszahlungsstruktur bedeutet, dass 60% des Preisgeldes vergeben sind wenn das Feld auf drei Spieler reduziert ist (da jeder der drei jetzt 20% sicher hat). Scheidet einer der drei Spieler aus, werden weitere 20% vergeben (beide verbleibenden Spieler haben jetzt weitere 10 % gesichert), und die letzten 20% gehen an den Gewinner. Wenn man also nur Dritter wird, hat man mindestens ein Drittel von 60% des Preisgeldes (20%) sicher. Man hat also bereits Profit gemacht, mit der Chance, weitere 30% mehr zu gewinnen. Erst wenn man die Top Drei erreicht hat sollte man seine Strategie abrupt ändern. Nun zahlt es sich aus auf Sieg zu spielen, denn nun sind 60% des Preisgeldes vergeben, und einen Platz hoch zu rutschen bringt nur zusätzliche 10%. Aber der erste Platz bringt zusätzliche 30% - dreimal mehr für den ersten als für den zweiten Platz ! Und mit den steigenden Blinds macht es zusätzlich mehr Sinn auf Sieg zu spielen. Ich sehe oft Spieler, deren SNG - Strategie genau umgekehrt angelegt ist. Sie glauben nichts zu verlieren zu haben und versuchen anfangs schnell ihren Stack zu verdoppeln. Sie riskieren zu früh zu viel weil sie glauben es gehe ?um nichts? zwischen Platz 9 und Platz 3. Dann, wenn sie ?in the money? sind, beginnen sie tight zu spielen weil sie an das höhere Preisgeld denken das sie gewinnen wenn sie sich um einen Platz verbessern. Wenn Ihr Eure Herangehensweise an SNGs überdenkt und eine ?anfangs langsam, später schneller? ? Strategie spielt, dann werdet Ihr sehr schnell eine Verbesserung Eurer Resultate feststellen.

Viel Glück ? wir sehen uns an den Pokertischen !

Howard Lederer


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